Vielen Dank an den Droemer-Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar
Klappentext:
Leipzig, die Bücherstadt. 1930. In der Bibliothek ihres Stiefvaters stößt Amalia Lux auf sieben Exlibris mit der Darstellung mysteriöser Masken, signiert mit "L. Gora". Als mehrere Morde geschehen, fällt der Verdacht auf Amalia, die als Kind gegen ihren Willen aus den Kolonien nach Deutschland gebracht wurde. Welche Verbindung gibt es zwischen den Exlibris und den Toten? Plötzlich selbst eine Gejagte, macht Amalia sich auf die Suche nach der verschollenen Künstlerin.
Monaco, die Stadt ohne Buchhandlungen. 1970. Der Student Timm soll für eine greise Baronin das Leben einer geheimnisvollen Malerin recherchieren. Gemeinsam mit einer
Ballerina, die nicht mehr tanzen kann, und einem exzentrischen Autor, der nicht mehr schreiben will, stößt Timm auf die Spur einer geraubten Bibliothek und rührt an
Geheimnissen, die vierzig Jahre lang begraben lagen.
„Das Alphabet der Masken“ ist der 5. Band der Reihe „Die Geheimnisse des Graphischen Viertels“ von Kai Meyer. Die Bücher können auch unabhängig voneinander gelesen werden.
Die Geschichte hat zwei Erzählstränge mit verschiedenen Zeitebenen.
Schnell entwickelt sich beim Lesen eine Sogwirkung. Ich konnte das Buch schon nach wenigen Seiten nicht mehr aus der Hand legen.
Besonders gut gefällt mir, dass Kai Meyer historische Fakten mit Fiktion verwebt. Dadurch erscheint die Geschichte authentisch und realistisch.
Kai Meyer hat wieder facettenreiche Charaktere zum Leben erweckt.
Amalia steht in der Zeitebene um 1930 im Mittelpunkt. Als Kind wurde sie gegen ihren Willen aus der Kolonie nach Deutschland gebracht, da ihre Mutter in eine Leipziger Verlegerfamilie eingeheiratet hat.
Da Amalias Vater farbig war, ist Amalia im Haus ihres Stiefvaters nur geduldet und ziemlich isoliert.
In der Zeitebene um 1970 steht Timm im Mittelpunkt.
Timm ist ein junger Student, der im mondänen, aber seltsam buchlosen Monaco recherchiert.
Er erhält von einer älteren Baronin den Auftrag, das Leben der mysteriösen Malerin L. Gora zu rekonstruieren.
Wie Teile eines Puzzles fügen sich die einzelnen Kapitel und die Zerriebenen zusammen. Stück für Stück lichtet sich der Nebel und den Leser*innen werden immer mehr Details bewusst.
Kai Meyer kann sehr atmosphärisch erzählen. Man fühlt sich beim Lesen zusehens in die Geschichte hineingezogen.
Die Handlungsorte, Leipzig mit seinen engen Gassen und im Gegensatz dazu das mondäne Monaco, werden anschaulich beschrieben.
Die Geschichte geht manchmal mit schnellen und dann auch wieder mit langsamen Schritten voran.
Die Sprache des Autors ist schön, manchmal geradezu poetisch.
Für mich war „Das Alphabet der Masken“ wieder ein schönes Leseerlebnis.
Rezension erstellt am 22. Oktober 2026
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