Vielen Dank an Kiepenheuer & Witsch für das Rezensionsexemplar
Klappentext:
Sowohl in ihrem Job bei Cadris Consulting als auch als aufopferungsvolle Tochter: Ioana glaubt an Leistung. Dass die Grenzen zwischen Selbstoptimierung und Wahn fließend ineinander übergehen, ignoriert sie. Zu wichtig ist der bevorstehende Pitch, der ihr die langersehnte Senior-Position bringen soll. Dann muss sie unerwartet zur Beerdigung ihres Großvaters nach Rumänien.
Dort angekommen und mit einem Ohr immer noch in Kunden-Calls, mit dem anderen schon bei den Witzen ihres Onkels Radu, wird sie mit ihrer verrückt-liebenswürdigen bis abgründigen Familiengeschichte konfrontiert – und einem Land, das sie so nicht mehr kennt. Bald beginnt sie zu zweifeln, an den Erinnerungen aus den Sommern ihrer Kindheit, den Geschichten ihrer Eltern. Am Ende muss sie eine unmögliche Entscheidung treffen und sich fragen, was sie mit den Scherben anfangen soll, die man ihr hinterlassen hat.
„Gib mir alles“ ist das Romandebüt von Alexandra-Maria Pipos.
Die Autorin hat ihre Charaktere gut gezeichnet und lebendig werden lassen.
Ioana war mir schnell sympathisch. Sie musste sich ihren Platz in der Gesellschaft hart erkämpfen.
Ihr innerer Antrieb und das Anliegen, sich selbst optimieren zu müssen, nur um noch mehr zu schaffen, grenzen an Selbstzerstörung.
Die Familie von Ioana lebt teils in Deutschland und teils in Rumänien.
Die Familie strahlt viel Herzlichkeit aus, kann aber auch erdrückend wirken.
Wichtig sind ihnen die Traditionen, vor allem dem Teil der Familie, der in Rumänien lebt.
Der Schreibstil von Alexandra-Maria Pipos ist lebendig, direkt und emotional.
Die Autorin erzählt ihre Geschichte mal in ruhigem Tempo und dann wieder temporeich, was auch den Stress von Ioana widerspiegelt.
Zwischendurch gibt es Kapitel über Heilige, die den tief verwurzelten Glauben und die kulturelle Prägung der Herkunftswelt spürbar machen.
Die Handlungsorte werden anschaulich und atmosphärisch beschrieben.
Der Gegensatz der zwei Welten ist groß.
Deutschland ist in der Geschichte geprägt von Hetze und Leistungsdruck.
Rumänien hat eine fast dörfliche Atmosphäre. Alles ist recht naturverbunden und durch Tradition geprägt.
„Gib mir alles“ ist ein gelungener Debütroman, den ich gerne gelesen habe.
Rezension erstellt am 16. Oktober 2026
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