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Der Parfümeur aus der Glockengasse, der ein Blumenmädchen liebte

Seiten
435
Bewertung
★★★★★

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar

Zwischen Glockengasse und Siebengebirge

Klappentext:
Köln, 1873: Als der junge Parfümeur Ferdinand Mülhens die Leitung des Dufthauses in der Glockengasse übernimmt, muss er sein Kölnisch Wasser gegen den ärgsten Konkurrenten Farina verteidigen. Auf einer Reise nach Wien trifft er die Blumenverkäuferin Ottilie, deren Wärme und Mut ihn tief berühren. Sie folgt ihm nach Köln, wo sie von der Familie Mülhens als nicht standesgemäße Braut abgelehnt wird. Erst fernab gesellschaftlicher Zwänge, im Siebengebirge, findet sie mit Ferdinand ein stilles Glück. Doch eine geschäftliche Niederlage zwingt Ferdinand zu einer radikalen Veränderung, durch die sein Duftwasser die Welt erobern wird.

„Der Parfümeur aus der Glockengasse, der ein Blumenmädchen liebte“ ist ein Roman mit vielen historischen Hintergrunddetails von Arabella Meran.

Arabella Meran erzählt die Geschichte sehr anschaulich. Als Leser*in wird man direkt in die Zeit der Handlung katapultiert.
Die Autorin hat sympathische und menschliche Charaktere zum Leben erweckt.

Ferdinand Mülhens ist mir auf Anhieb sympathisch gewesen. Als Parfümeur ist er kreativ. Ferdinand will seiner Familie gegenüber loyal sein, sein Erbe erfolgreich weiterführen. Doch die Frau, die er gewählt hat, wird von der Familie nicht akzeptiert. Das veranlasst Ferdinand, Köln zu verlassen und mit seiner Auserwählten ins Siebengebirge zu gehen.

Ottilie ist das Blumenmädchen, in das sich Ferdinand verliebt hat. Sie ist eine starke und warmherzige junge Frau.

Die Familie Mülhens verkörpert die unerbittliche Strenge und den Dünkel des damaligen Bürgertums.

Der Schreibstil von Arabella Meran ist flüssig und gut verständlich. Man spürt die gute Recherchearbeit, die die Autorin geleistet hat. Viele historische Ereignisse befinden sich in der Geschichte.
Die Beschreibung der Düfte, das Aroma von Blütenessenzen, ist mir beim Lesen förmlich um die Nase geweht.
Die Geschichte springt zwischen einer romantischen Liebesgeschichte und den Forderungen der Familiendynastie hin und her.

Die Handlungsorte werden gut beschrieben.
Köln und Wien, zwei Metropolen. Das pulsierende Wien trifft auf das geschäftige Köln des späten 19. Jahrhunderts. Isabella Meran zeichnet ein authentisches Bild der rheinischen Domstadt, geprägt von Lebenslust, strengen Regeln, Gerüchen und Gestank.

Im krassen Gegensatz dazu steht das Siebengebirge. Die Naturidylle des Siebengebirges, fast märchenhaft, ist ein emotionaler Zufluchtsort für Ferdinand und Ottilie.

„Der Parfümeur aus der Glockengasse, der ein Blumenmädchen liebte“, ist ein fesselnder, emotionaler und historisch fundierter Roman. Ich habe das Buch mit Freude gelesen.

Rezension erstellt am 2. November 2026

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