Vielen Dank an den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar
Klappentext:
Julius Caesar ist tot, und das Leben zweier Jungen ändert sich grundlegend. Der eine ist Caesars 17-jähriger Neffe Octavian, den er zu seinem Erben erkoren hat; der andere dessen engster Freund Agrippa.
Damit Octavian das Erbe antreten kann, kämpfen sie gegen die Intrigen der Mächtigen im Römischen Reich an und gegen alle Widrigkeiten sind sie siegreich. Octavian wird zu Kaiser Augustus. Zwanzig Jahre lang regieren sie gemeinsam die Welt.
Jetzt ist Agrippa fünfzig. Krank und allein, betrogen von seiner Frau, schreibt er zurückgezogen seine Memoiren. Aber die Vergangenheit aufzuwühlen ist tückisch. Von seiner Begegnung mit Julius Cäsar über den epischen Konflikt mit Marcus Antonius und Kleopatra, große Schlachten und endlose Kriege beschreibt er, wie ein Mann sein Leben dominiert hat: der gerissene, skrupellose, undurchschaubare Octavian.
„Agrippa“ ist ein Historischer Roman aus dem antiken Rom von Robert Harris.
In dieser Geschichte erzählt der Autor über eine oft übersehene Figur der Geschichte.
Marcus Agrippa war der engste Vertraute des römischen Kaisers Augustus.
Die Geschichte beginnt zu dem Zeitpunkt, als Agrippa schon 50 Jahre alt war. Agrippa ist krank und einsam: Er zieht sich an den Golf von Neapel zurück, um seine Memoiren zu schreiben. Aus dem melancholischen Blick zurück auf sein Leben entsteht diese Geschichte.
Der junge Agrippa stammt aus einfachen Verhältnissen. Er schließt sich seinem Schulfreund Octavian an. Octavian ist der Neffe von Julius Caesar und tritt dessen Erbe an. Er wird zu Kaiser Augustus und Agrippa wird sein engster Vertrauter.
Robert Harris hat die Charaktere gut gezeichnet.
Marcus Agrippa wird als pragmatischer und hochbegabter Stratege dargestellt.
Er stammt aus einfachen Verhältnissen. Hält treu zu Octavian und ist dazu verurteilt, die ewige Nummer zwei zu sein.
Octavian wird später Kaiser Augustus. Er ist skrupellos und undurchschaubar.
Er ist aber auch ein Genie auf politischer Ebene.
Auch die Nebenfiguren bereichern die Geschichte. Historische Größen wie Cicero, Marcus Antonius oder Kleopatra betreten die Bühne.
Der Schreibstil von Robert Harris ist flüssig und gut verständlich.
Der Autor erzählt den Roman aus der Ich-Perspektive von Agrippa.
Das lässt die Leser*innen Agrippa sehr nahekommen.
Robert Harris hat wie gewohnt akribisch recherchiert. Allerdings verzichtet der Autor auf vertiefende Informationen. Er setzt eher ein geschichtliches Wissen voraus.
Die verschiedenen Schauplätze sind ein weiterer Pluspunkt in der Geschichte.
Das antike Rom wird anschaulich beschrieben. Da ist Lärm der vielen Baustellen und das Blut der Schlachtfelder. Die staubige Hitze, die den Legionären den Schweiß über das Gesicht rinnen lässt.
Im Gegensatz dazu steht der Golf von Neapel. Der Handlungsort wird als verregnete Kulisse dargestellt, die die Einsamkeit Agrippas widerspiegelt.
„Agrippa“ ist ein glänzend recherchierter historischer Roman, den ich mit großem Interesse gelesen habe.
Rezension erstellt am 7. November 2026
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